Attac erstellt Karte mit Hähnchenmastställen

Emsland, 18.06.2010. Die Attac-Gruppe Emsland hat eine Karte mit rund 270 Standorten von Hähnchenmastställen im Landkreis vorgelegt. Die
globalisierungskritischen Bürger hatten im März die Emsländer aufgerufen, ihnen bekannte Ställe zu melden, damit klarer würde, wie dicht der
Landkreis mit Hähnchenmastbetrieben bebaut ist. Dutzende Bürger haben Attac Karten und Hinweise geschickt und die Aktivisten haben daraus eine
Karte im Internet erstellt (www.attac-netzwerk.de/emsland). „Wir danken allen fürs mitmachen und freuen uns über weitere Hinweise und Spenden“, so
Attac. Die Karte sei nicht perfekt und die Veröffentlichung einer amtlichen Karte durch den Landkreis weiter wünschenswert.

Mit der Aktion ist etwa die Hälfte der über 900 Hähnchenmastställe im Emsland öffentlich kartiert. Durch ein „Hineinzoomen“ in die Karte lässt
sich der einzelne Mastbetrieb in der Nachbarschaft auffinden. Es gibt Standorte mit 10 Ställen und fast einer halben Million Mastplätzen.
Ungefähr zwei Drittel der bald über 30 Millionen Mastplätze finden sich in der Karte von Attac. Die Aktivisten wollen aufklären: „Mit der Karte ist
für jeden nachvollziehbar, wie einzigartig das Emsland mit der Hähnchenmast belastet ist. Die Konzentration entlang der A31 ist gewaltig.
Kein Wunder, dass ganz Deutschland vom ‚Chicken-Highway‘ spricht.“ Aber auch im Nord-Osten des Emslandes häufen sich die Ställe.

Fragen an den Kreistag

In der Sitzung des Kreistages am Montag (21. Juni) wird Attac die Politiker fragen, warum es der Landkreis bisher versäumt hat, transparent
über die Hähnchenmast im Emsland zu informieren. Im Auftrag der Bürger stellt sich die Frage, welche Konsequenzen die Politiker ziehen wollen.

Macht es Sinn jeden neuen Stall einzeln zu genehmigen ohne die Vorbelastungen durch die vorhandenen Ställe zu betrachten? Jeder Stall
gibt viele Tausend Kilogramm Ammoniak pro Jahr frei. Das gesundheitsgefährdende Reizgas erzeugt sauren Regen, überdüngt die
Landschaft und stinkt unerträglich. Hochgerechnet gehen 4,5 Mio. kg Ammoniak jährlich auf das Emsland nieder. Warum wird die Ausbreitung
dieser gigantischen Wolke nicht in ganzheitlicher Ausbreitung berechnet?
In der Hauptwindrichtung östlich der Autobahn wohnen schließlich die meisten Emsländer.

Hinzu kommt das Problem gewaltiger Mengentransporte. Allein in einem Hähnchenschlachtbetrieb bei Haren fallen jährlich 75 Mio. kg
Schlachtabfälle an. Das entspricht der Masse von 75.000 Personenwagen. Wohin gehen diese Massen? Woher kommt das Soja-Futter um diese Tiermengen
zu mästen? Wer kontrolliert Transport und Lagerung der ganzen Hähnchenexkremente? Die Attac Gruppe Emsland bittet den Kreistag dringend
um eine aktivere Rolle in der Beantwortung dieser Bürgerfragen.

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